Hochschulen
PH Zug verzeichnet erneut hohe Anmeldezahlen
Über die die strategischen Entwicklungslinien ist der Videoclip «Kein verstaubtes Papier aus der Bildungsverwaltung» gedreht
worden. Im Bild Regierungsrat Stephan Schleiss bei den Dreharbeiten dazu.
Die Zuger Volksschulen sollen Kinder und Jugendliche künftig noch gezielter auf eine komplexe Welt vorbereiten. Kanton und Gemeinden haben dafür gemeinsame Entwicklungslinien bis 2030 verabschiedet. Im Zentrum stehen Grundkompetenzen, frühe Förderung, digitale Bildung – und die zentrale Rolle der Lehrpersonen.
Der Kanton Zug und die Gemeinden haben die strategischen Leitplanken für die Weiterentwicklung der Volksschulen bis ins Jahr 2030 gesetzt. Bildungsrat sowie die Schulpräsidentinnen und Schulpräsidenten verabschiedeten gemeinsam die neuen Entwicklungslinien für die Jahre 2027 bis 2030. Damit entsteht erstmals ein verbindlicher gemeinsamer Rahmen, der Politik, Schulen und Eltern Orientierung geben soll. Die Verantwortlichen verfolgen ein klares Ziel: Die Schule soll Kinder und Jugendliche nicht nur fachlich stärken, sondern sie auch befähigen, sich in einer zunehmend komplexen und digitalen Welt sicher zu bewegen.
Trotz rascher gesellschaftlicher Veränderungen bleibt der Kernauftrag der Volksschule unverändert. Lesen, Schreiben und Rechnen stehen weiterhin im Zentrum des Unterrichts. Diese Fähigkeiten gelten als Grundlage für jede weitere Bildung und für die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die neuen Entwicklungslinien betonen deshalb ausdrücklich die Bedeutung dieser Grundkompetenzen. Sie seien der Schlüssel, damit Kinder und Jugendliche Wissen erschliessen, Zusammenhänge verstehen und ihren eigenen Zugang zur Welt finden können. Gleichzeitig reagieren die Verantwortlichen auf neue Anforderungen der Gegenwart. Neben klassischen Kulturtechniken sollen künftig verstärkt sogenannte Zukunftskompetenzen gefördert werden. Dazu zählen kritisches Denken, Kreativität, Teamfähigkeit sowie ein reflektierter Umgang mit digitalen Medien und künstlicher Intelligenz. Die Schule soll junge Menschen darauf vorbereiten, Informationen einzuordnen, Verantwortung zu übernehmen und Veränderungen aktiv mitzugestalten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der frühen Förderung. Besonders im sprachlichen Bereich sehen Kanton und Gemeinden Handlungsbedarf. Kinder sollen möglichst früh unter-stützt werden, damit Bildungsunterschiede gar nicht erst zu gross werden. Gleichzeitig wollen die Verantwortlichen die Übergänge zwischen den verschiedenen Bildungsstufen besser begleiten – etwa vom Kindergarten in die Primarschule oder von der Primar- in die Oberstufe. Solche Wechsel seien für viele Kinder anspruchsvoll und hätten grossen Einfluss auf den weiteren Bildungsweg. Die Schule wird dabei nicht mehr nur als Ort des Unterrichts verstanden. Vielmehr definieren die Entwicklungslinien die Volksschule als Zusammenspiel verschiedener Bereiche: Unterricht, Betreuung, Schulsozialarbeit und Elternhaus sollen enger zusammenwirken. Dieser ganzheitliche Ansatz soll Kinder und Jugendliche nicht nur schulisch, sondern auch sozial und emotional stärken.
Die Verantwortlichen reagieren mit der neuen Strategie auch auf gesellschaftliche Entwicklungen, die Schulen zunehmend beschäftigen. Psychische Belastungen, Leistungsdruck und Unsicherheiten im digitalen Alltag betreffen nicht nur Jugendliche, sondern auch Lehrpersonen und andere Mitarbeitende. Deshalb sollen gesundheitsfördernde Strukturen und Präventionsarbeit stärker ausgebaut werden. Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler ebenso wie die Mitarbeitenden der Schulen handlungsfähig und resilient bleiben. Die Volksschule soll ein Ort sein, an dem Lernen möglich ist, ohne dass Gesundheit und Wohlbefinden auf der Strecke bleiben. Dazu gehören stabile Strukturen, verlässliche Betreuung und ein Schulalltag, der Orientierung bietet.
Besonders deutlich hebt die Strategie die Bedeutung der Lehrpersonen hervor. Sie gelten als wichtigste Gestalterinnen und Gestalter der Schulqualität. Ihre Arbeit entscheide letztlich darüber, ob Visionen und politische Ziele tatsächlich im Schulzimmer ankommen. Damit Lehrpersonen diese Aufgabe erfüllen können, setzen Kanton und Gemeinden auf klare Führungsstrukturen sowie gezielte Aus- und Weiterbildungen. Gleichzeitig sollen Lehrpersonen genügend Freiraum erhalten, um Unterricht kreativ und eigenverantwortlich zu gestalten. Die Verantwortlichen betonen ausdrücklich, dass guter Unterricht nicht ausschliesslich im klassischen Schulzimmer stattfinden müsse. Lernen an unterschiedlichen Orten und in verschiedenen Formen
soll künftig stärker gefördert werden. Die Lehrpersonen arbeiten dabei verstärkt als Teams zusammen. Kooperation, gemeinsame Verantwortung und gegenseitige Unterstützung gelten als wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schulentwicklung. Die nun verabschiedeten Entwicklungslinien bilden allerdings erst den strategischen Rahmen. Konkret umgesetzt werden sollen sie mit einer sogenannten Umsetzungstabelle. Darin werden Ziele, Zeitpläne und Zuständigkeiten verbindlich festgelegt. Beschlossen werden soll diese Tabelle im November 2026. Bereits heute skizzieren die Verantwortlichen jedoch erste Massnahmen und Prioritäten für die kommenden Jahre. Mit der neuen Strategie wollen Kanton und Gemeinden die Zuger Volksschulen langfristig stärken und gleichzeitig flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren. Der gemeinsame Kurs soll dafür sorgen, dass Schulen, Politik und Eltern künftig enger zusammenarbeiten – mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche bestmöglich auf ihre Zukunft vorzubereiten.
Uwe Guntern
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