Rope Skipping
Sheryl Fischlin erobert von Baar aus die Weltspitze
Die Baarerin zählt im Rope Skipping seit Jahren zu den erfolgreichsten Schweizer Athletinnen.
Rope Skipping ist die Wettkampfvariante des Seilspringens. Es fordert Kondition, Koordination und Kreativität. Seit 13 Jahren macht die 21-Jährige Sheryl Fischlin die Sportart beim TV Baar und schafft es in der Schweizer Rope Skipping Welt an die Spitze.
In ihrer Zeit als Sportlerin konnte Sheryl viele Platzierungen und Podestplätze an Schweizermeisterschaften sammeln. Sie wurde mehrfach Schweizer Meisterin, jedoch ist ihr Erfolg ist nicht nur national. 2023 ging es für sie, mit sieben weiteren Rope Skipper aus der Schweiz, an die Weltmeisterschaft nach Colorado Springs in den USA. Auch an den Europameisterschaften 2022 und 2024 war sie dabei. An der Europameisterschaft 2024 in Ungarn erzielte sie den 16. Rang, was ihre bisher beste internationale Platzierung ist.
2025 trat sie mit vier weiteren Schweizer Athletinnen wieder an der Weltmeisterschaft an. Dieses Jahr war der Wettkampf in Guangzhou, China. Anders als bei der Weltmeisterschaft in den USA, wo Sheryl sich selber um die Finanzierung kümmern musste, wurden die Kosten von China übernommen. Rope-Skipping ist in der Schweiz eine Sportart abseits des Mainstreams, weshalb man oft wenig Unterstützung bekommt. Obwohl sie von ihrem Verein und ihrer Familie unterstützt wird, versucht Sheryl die Kosten hauptsächlich selbst zu übernehmen. Dieses Jahr folgten die Europameisterschaften in Norwegen, bei denen Sheryl, mit 14 anderen Athletinnen und Athleten die Schweiz vertreten hat.
Ihre Anfänge im Sport lassen sich bis in ihre Kindheit zurückverfolgen. In der ersten Primarklasse begann eine Kollegin von ihr mit Rope Skipping und erzählte immer begeistert davon. Ihre Begeisterung hatte Sheryl neugierig gemacht, sodass sie eines Tages mit ins Training ging. Aus einem Training wurden dann viele Jahre regelmässiges Training. Ihre Leidenschaft für den Sport motiviert sie, immer wieder ins Training zu gehen.
Auf ihrem bisherigen Weg haben sie besonders ihre Trainerinnen und Trainer im Verein geprägt, Sie wurde mit ihrer Unterstützung über viele Jahre begleitet und auf konnte von ihnen auf zahlreiche Wettkämpfe vorbereitet haben. Auch internationale Trainerinnen und Trainer bei Camps in der Schweiz und im Ausland haben ihr viele neue Tricks und Trainingstechniken vermittelt.
Einen grossen Einfluss hat zudem ihr Team, mit dem sie regelmässig trainiert und Wettkämpfe bestreitet. Auch der Austausch mit anderen Rope Skipperinnen und Rope Skippern aus der ganzen Schweiz, insbesondere bei internationalen Wettkämpfen, hat sie immer wieder motiviert und weitergebracht. Ein Erlebnis, das ihr bis heute besonders präsent ist, ist ihre erste Weltmeisterschaft in Colorado Springs. Es war faszinierend, all die Athletinnen und Athleten aus anderen Nationen, die sie zuvor nur aus den sozialen Medien kannte, plötzlich live zu sehen und selbst Teil dieses Wettkampfs zu sein. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihr auch die vielen Reisen und Erlebnisse, die sie dank Rope Skipping bereits machen durfte.
Nach all den Jahren voller Einsatz ist Rope Skipping ein grosser Teil ihrer Persönlichkeit geworden. Für sie ist das Training ein Ort, an dem sie vom Alltag abschalten und gleichzeitig kreativ sein kann, beispielsweise beim Erlernen oder Zusammenstellen neuer Tricks. Durch den Sport hat sie ausserdem gelernt, dran zubleiben, mit Erfolgen und Misserfolgen umzugehen und im Team zu arbeiten. Auch viele ihrer Freundschaften und Erlebnisse sind mit Rope Skipping verbunden, weshalb sie sich ihren Alltag ohne diesen Sport kaum vorstellen könnte. Ein grosser Wendepunkt für sie war ihre erste Europameisterschaft in Bratislava. Zuvor hatte sie immer wieder Phasen, in denen sie unsicher war, ob sie mit Rope Skipping weitermachen wollte.
Während der Europameisterschaft wurde ihr bewusst, wie viel ihr der Sport bedeutet und wie viel Freude er ihr bereitet. Dadurch entdeckte sie ihre Begeisterung für Rope Skipping neu und war wieder deutlich motivierter, weiterzumachen. Auch die Athletinnen und Athleten aus anderen Nationen zeigten ihr, was in diesem Sport alles möglich ist und wie viel dahintersteckt.
Stolz ist sie auf ihren Schweizermeistertitel 2024 und auf die viele weitere nationale und internationale Wettkämpfe, bei denen sie zeigen konnte, wofür sie so viel trainiert hat. Wirklich wütend war sie bisher eigentlich noch nie, enttäuscht hingegen schon. Die Ursache dieser Enttäuschung waren hauptsächlich, dass es an einem Wettkampf nicht so lief wie im Training. Solche Misserfolge motivieren sie jedoch meistens dazu, noch mehr zu geben und weiter an sich zu arbeiten.
Am glücklichsten ist sie, wenn sie im Team Leistung zeigen kann, da es gemeinsam noch mehr Spass macht. Derzeit fordert sie vor allem die Zeitplanung heraus, um Studium, Sport und Freizeit miteinander zu vereinbaren. Dabei muss sie darauf achten, sich nicht zu viel vorzunehmen und trotzdem genügend Zeit für alle Bereiche zu haben.
Beim Rope Skipping stehen für Sheryl nicht nur die Leistung und die Erfolge im Vordergrund, sondern vor allem auch der Spass, die Freundschaften und die Kinder, die sie selbst trainieren darf. Sie hofft, dass Rope Skipping in den nächsten Jahren bekannter wird und noch mehr Menschen ihre Begeisterung für diesen Sport entdecken.
Rope Skipping ist eine vielseitige Sportart, die weit über das klassische Seilspringen hinausgeht. Sie verbindet Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination und Kreativität.
Zu den wichtigsten Disziplinen gehören Single Rope, bei dem verschiedene Sprünge und Tricks mit einem Seil ausgeführt werden, und Double Dutch, bei dem zwei Seile gleichzeitig geschwungen werden. Bei den Speed-Disziplinen zählt vor allem die Geschwindigkeit, während bei Freestyle und Show kreative Tricks und Choreografien zu Musik im Mittelpunkt stehen. Rope Skipping wird sowohl einzeln als auch im Team ausgeübt und verbindet sportliche Leistung mit Rhythmus und Koordination.
Lade Fotos..