Innovationen
Das Team Greenola will zeigen, dass Nachhaltigkeit auch richtig gut schmecken kann
Caroline Kukla leitet seit Anfang Oktober die Fachberatung «Hindernisfreies Bauen» im Kanton Zug. Foto: zvg
Pro Infirmis bekämpft die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen und setzt sich für ihre Inklusion ein. Die Fachberatung «Hindernisfreies Bauen» im Kanton Zug, die unter anderem Architektur- und Planungsbüros , Behörden und Bauherrschaften berät, hat seit dem 1. Oktober eine neue Leiterin. Im Interview mit der Zuger Woche stellt sich Caroline Kukla vor.
Frau Kukla: Herzlichen Glückwunsch zur neuen Aufgabe als Leiterin der Fachberatung «Hindernisfreies Bauen». Sie sind seit wenigen Tagen im Amt. Beschreiben Sie kurz Ihre Gefühlslage.
Vielen Dank. Ich freue mich sehr, das vielseitige und spannende Tätigkeitsfeld des hindernisfreien Bauens und der hindernisfreien Umwelt voranbringen zu dürfen.
Geben Sie uns bitte einen kurzen Einblick in Ihren neuen Arbeitsalltag.
Mein Tätigkeitsfeld beinhaltet die Erstellung von Auflagen nach der Norm SIA 500, bei Bauanfragen- und Baugesuchsprüfungen über öffentliche Bauten, Wohngebäude sowie Bauten mit Arbeitsplätzen. Bei Bedarf erfolgen Bestandsaufnahmen vor Ort, um hindernisfreie Konzepte für geplante Neu- und Umbauprojekte zu erstellen. Auch private Anfragen, von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, werden bei baulichen Anpassungen im Wohn- und Arbeitsbereich geprüft und bearbeitet.
Wie hoch ist die Nachfrage des hindernisfreien Bauens?
Unsere Sensibilisierung trägt Früchte und hat die Nachfrage in den letzten Jahren deutlich erhöht. Dadurch stehen der Fachberatung mehr Ressourcen zur Verfügung. Zu unserer Freude steigen diese nach wie vor stetig.
Haben Sie einen Slogan oder ein Lebensmotto, mit dem Sie sich ans Werk machen?
Das Bauchgefühl ist ein ziemlich kluger Kopf.
Beat Husmann, Ihr Vorgänger, hinterlässt grosse Fussstapfen. Welche Neuerungen im Kanton Zug planen Sie?
Beat Husmann hat den Bekanntheitsgrad des hindernisfreien Bauens im Kanton Zug etabliert. Darin hat er eine wichtige Pionierarbeit geleistet und einen wesentlichen Grundstein zur Nachhaltigkeit erarbeitet. Bedingt durch meine beruflichen Erfahrungen als Projektleiterin im Bereich der Innenarchitektur, werde ich expliziter mit meinen Kompetenzen im Innenausbau unterstützen. Für individuelle Lösungen im Umbau gilt es den gemeinsamen Dialog für eine autonome Architektur, mit den Behörden oder dem Denkmalschutz zu verstärken. Zukünftig werden sich im Bereich der innovativen «Smart Mobility» sowie weitere digitale Zugänglichkeiten, die einer autonomen Orientierung dienen, essenziell notwendige autonome Türen öffnen, die in unsere Arbeit mit einfliessen.
Wo werden Sie in diesem Zusammenhang zukünftig noch genauer hinsehen?
Ergänzend zum bestehenden Portfolio fokussiere ich die geplanten Ausführungen der baulichen Details im Hinblick auf die realistische und hindernisfreie Nutzbarkeit bei Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.
Pro Infirmis setzt sich für die Bekämpfung von Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen und ihre Inklusion ein. Wo liegen die grössten Baustellen?
Es fehlt oftmals die Sensitivität für die individuelle Person mit etwaiger körperlicher und /oder kognitiver Beeinträchtigung, um den täglichen Ablauf mit dessen Handicap nachvollziehen zu können. Neben den Planern und Baubehörden muss insbesondere den Entscheidungsträgerinnen und den Entscheidungsträgern bewusst werden, welchen Mehrwert sie für alle mit einer hindernisfreien Immobilie generieren.
Wo liegen Ihr Ruhepol und Ihre Kraftquellen, um die neue Herausforderung zu meistern?
In der Natur, am Zuger,- und Vierwaldstättersee sowie auf meiner Yogamatte am Fusse der Rigi.
Welche drei Eigenschaften beschreiben Sie am treffendsten?
Reflektiert, empathisch und zielorientiert.
Warum ausgerechnet diese?
Diese Attribute sind ausschlaggebend für eine gemeinsame, lösungsorientierte Zielführung für eine inklusive Gesellschaft.
Welche Ziele haben Sie sich für Ihre neue Aufgabe gesteckt?
Eine erfolgreiche Sensibilisierung von der «Nice to have-Autonomie» nach Gesetzen und Richtlinien, zum bedingungslosen «Must have-Standard» einer hindernisfreien gesamtheitlichen Architektur.
Wie lautet Ihre Botschaft an unsere Leserinnen und Leser?
Das «Hindernisfreie Bauen» ist der essenzielle Schlüssel von autonomer Bewegung für unser aller Zukunft. Bei Fragen, Ideen und Anregungen kommen Sie gerne auf mich zu.
Hakan Aki
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