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Die Schweizer Delegation beim Sightseeing in Taipeh.
An der der Internationalen Linguistik-Olympiade (IOL) in Taipeh (Taiwan) feierte das junge Schweizer Nationalteam erstmals einen Medaillenerfolg: Marvin Kessler aus dem Kanton Aargau gewann eine Silbermedaille. Doch auch für den Kanton Zug gab es Grund zur Freude: Zwei Jugendliche aus Zug gehörten zur achtköpfigen Schweizer Delegation.
Die 8. Austragung der IOL fand vom vom 20. bis 27. Juli statt. Mit Philipp Dneprov aus Zug (Kantonsschule Zug) und Lucas Kinsey aus Baar (Hull’s School in Zürich) waren gleich zwei Jugendliche aus dem Kanton Zug in Taipeh mit dabei. Sie hatten sich im Frühjahr mit starken Leistungen bei der Schweizer Linguistik-Olympiade für das internationale Finale qualifiziert. Zwar reichte es für die beiden noch nicht zu einer Medaille, doch allein die Teilnahme an diesem internationalen Wettbewerb ist eine beachtliche Leistung. Neben den beiden Zuger Jugendlichen bestand das Team aus sechs weiteren jungen Talenten aus verschiedenen Kantonen: Vincent von Planta, Alexander Yevsikov, Dana Niederhäuser und Gavriel Harvey (alle ZH), Marvin Kessler (AG) und Sophia Cojocaru (ZH). Eine Ehrenmeldung erhielt Gavriel Harvey – auch dies ein schöner Erfolg für das junge Schweizer Team.
Der Wettbewerb verlangt keine Kenntnisse in vielen Fremdsprachen, sondern analytisches Denken: Es gilt, unbekannte Sprachen zu entschlüsseln, ihre Grammatik zu durchschauen und Muster zu erkennen. «Ich mag an der Linguistik-Olympiade, dass es eine interessante Art ist, die unterschiedlichen Sprachen der Welt zu entdecken. Mit jedem Problem lernt man etwas Neues über Sprachen», beschreibt Marvin Kessler seine Faszination. «Ich finde es auch schön, dass es allen offensteht, denn es braucht vor allem sorgfältige Analysefähigkeit und nicht viel Vorwissen.» Vincent von Planta ergänzt: «Ich fand das Gefühl super, eine Aufgabe fertig zu lösen”, so Vincent von Planta. »Ich bin sehr zufrieden, auch wenn ich nichts gewonnen habe und nicht einmal alle Aufgaben gelöst habe. Ich war das erste Mal an einer internationalen Olympiade und ich dachte nicht, dass ich so gut arbeiten werde.»
Für viele Teilnehmer ist die Olympiade auch ein Ort des interkulturellen Austauschs. «Was ich am meisten an der Linguistik-Olympiade mag, ist, dass es für eine Woche total normal wird, mit Leuten aus der ganzen Welt zu sprechen und sie kennenzulernen», so Marvin. »Neben dem Wettbewerb ist das meiner Meinung nach die wertvollste Erfahrung, die man an der Olympiade machen kann.» Auch Lucas Kinsey hebt hervor, wie wertvoll es sei, andere Kulturen kennenzulernen und die Gedankenwelt junger Menschen aus aller Welt zu entdecken. Die Begeisterung für Sprache verbindet – selbst bis spät in die Nacht, wie Dana Niederhäuser mit einem Schmunzeln anmerkt.
Die Teilnahme in Taipeh hat den Ehrgeiz vieler geweckt. Während Marvin Kessler aufgrund seines Alters nicht mehr teilnehmen kann, plant er, der Linguistik auf andere Weise verbunden zu bleiben – etwa durch ein Studium oder Engagement im Olympiade-Team. Andere, wie Gavriel oder Vincent, blicken motiviert auf die kommenden Austragungen – vielleicht schon mit der nächsten Medaille im Visier. Die Chancen dafür stehen gut – nicht zuletzt dank vielversprechender Talente aus dem Kanton Zug.
Uwe Güntern
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