Interview
Blick auf das Thermal-Mapping der Stadt Zug
Rund 20 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Menzingen können während einer Woche unternehmerisches Denken praxisnah erleben.
Nach acht Jahren Unterbruch kehren die Wirtschaftswochen in den Kanton Zug zurück. Ende Juni schlüpfen Schüler und Schülerinnen der Kantonsschule Menzingen in die Rolle von Unternehmensleitenden und erleben während einer Woche, wie anspruchsvoll wirtschaftliche Entscheidungen in der Praxis sein können.
Theorie allein reicht nicht aus, um wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Genau hier setzen die Wirtschaftswochen an, die vom 29. Juni bis 3. Juli erstmals seit 2018 wieder im Kanton Zug stattfinden. Organisiert werden sie von der Zuger Wirtschaftskammer gemeinsam mit der Zürcher Handelskammer. Gastgeberin der diesjährigen Ausgabe ist Glencore in Baar.
Rund 20 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Menzingen erhalten dabei die Möglichkeit, eine Woche lang unternehmerisches Denken und Handeln aus nächster Nähe kennenzulernen. Statt Schulbücher stehen strategische Entscheidungen, wirtschaftliche Herausforderungen und die Verantwortung für ein Unternehmen im Mittelpunkt.
Kernstück der Wirtschaftswoche ist eine realitätsnahe Unternehmenssimulation. Die Jugendlichen bilden die Geschäftsleitung eines fiktiven Unternehmens und müssen gemeinsam Entscheidungen treffen, die den Erfolg oder Misserfolg ihrer Firma beeinflussen. Dabei lernen sie, dass wirtschaftliche Fragen selten einfache Antworten kennen.
Neben Themen wie Finanzierung, Marketing oder Produktion beschäftigen sie sich auch mit Zielkonflikten zwischen Wirtschaftlichkeit, gesellschaftlicher Verantwortung und Nachhaltigkeit. Den Abschluss der Woche bildet eine Generalversammlung, an der die Ergebnisse präsentiert und reflektiert werden.
Begleitet werden die Teilnehmenden von erfahrenen Fach- und Führungskräften aus der Wirtschaft. Diese engagieren sich freiwillig als Coaches und vermitteln Einblicke in den Unternehmensalltag sowie in die Herausforderungen moderner Unternehmensführung.
Die Wirtschaftswochen sind ein Programm des Vereins wirtschaftsbildung.ch, der sich seit Jahren für die Förderung wirtschaftlicher Kompetenzen bei Jugendlichen einsetzt. Schweizweit entsenden rund 300 Unternehmen Fachpersonen, die junge Menschen während solcher Projektwochen begleiten.
Für die Organisatoren ist die Rückkehr nach Zug ein wichtiger Schritt. Der Kanton zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftsstandorten der Schweiz und vereint internationale Konzerne, innovative KMU und ein starkes Bildungsumfeld.
«Es freut uns sehr, dass dieses erfolgreiche Format wieder im Kanton Zug durchgeführt werden kann», sagt Claudia Pittner, Geschäftsführerin der Zuger Wirtschaftskammer. Junge Menschen könnten wirtschaftliche Zusammenhänge dort erleben, wo Unternehmertum täglich gelebt werde. Auch die Zürcher Handelskammer sieht in den Wirtschaftswochen einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftspolitischen Bildung. Ziel sei es, künftigen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern ein besseres Verständnis für wirtschaftliche Prozesse und Zusammenhänge zu vermitteln.
UG
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