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PH Zug verzeichnet erneut hohe Anmeldezahlen
Strahlende Gesichter bei der Preisübergabe (von links): Michael Metzger, Chef Regionenpolizei, Regierungsrätin Laura Dittli , die Preisträgerin Tamara Doswald, die Gemeinderäten Patrick Wahl (Risch) und Drin Alaj (Cham). Foto: zvg
Die 18-jährige Tamara Doswald aus Neuheim hat gezeigt, was es bedeutet, in einer Notsituation Verantwortung zu übernehmen. Durch ihr schnelles Eingreifen hat sie einem Mann das Leben gerettet. Für dieses vorbildliche Handeln wurde sie nun mit dem «Zuger Preis für Zivilcourage» 2025 ausgezeichnet.
Die Sicherheitsdirektion des Kantons Zug hat gemeinsam mit der Patronatsgemeinde Risch-Rotkreuz den «Zuger Preis für Zivilcourage» 2025 verliehen. Die Auszeichnung ging an die 18-jährige Tamara Doswald, die durch ihr schnelles und entschlossenes Eingreifen das Leben eines Mannes rettete.
Eigentlich wollte Tamara Doswald an jenem Septemberabend nur den Heimweg antreten. Doch plötzlich wurde ihr Alltag zur Extremsituation: In einem Coiffeursalons bemerkte sie einen Mann, der reglos am Boden lag. Während viele Menschen in einem solchen Moment von Schock oder Unsicherheit gelähmt wären, übernahm sie sofort Verantwortung. Doswald alarmierte die Rettungskräfte und begann unverzüglich mit der Reanimation – und hielt diese so lange durch, bis der Rettungsdienst eintraf. Zwanzig Minuten nach der Alarmierung konnte die Einsatzleitung Entwarnung geben: Der Mann lebte. Dass die 18-jährige Neuheimerin so überlegt handeln konnte, war kein Zufall. Sie befindet sich aktuell im dritten Lehrjahr zur «Fachfrau Gesundheit » und engagiert sich seit Kindestagen als Jugendsamariterin. Dies gab ihr das notwendige Wissen, doch ebenso entscheidend war ihr persönlicher Einsatz. «Es macht einen Unterschied, ob jemand regelmässig Erste Hilfe übt oder alle zehn Jahre einen halbtägigen Kurs besucht. », sagt Tamara Doswald rückblickend. «Aber eigentlich macht man nur etwas falsch, wenn man gar nichts tut.» Für sie war klar: Untätig bleiben kommt nicht infrage. Mit ihrem Handeln hat Tamara Doswald nicht nur das Leben eines Mitmenschen gerettet, sondern auch gezeigt, wie wichtig Zivilcourage und Empathie in unserer Gesellschaft sind. Dafür wurde sie nun mit dem «Zuger Preis für Zivilcourage» geehrt. Die Preisübergabe fand in Risch statt. Der mit 1000 Franken dotierte Preis wird je zur Hälfte vom Kanton Zug und von der jeweils verantwortlichen Patronatsgemeinde finanziert. Regierungsrätin und Sicherheitsdirektorin Laura Dittli würdigte die Preisträgerin in ihrer Rede: «Es braucht eine gehörige Portion Mut, Standhaftigkeit und Einfühlvermögen, um so schnell und uneigennützig handeln zu können. Tamara Doswald ist damit nicht nur eine Inspiration für junge Menschen. Wir alle können uns ein Vorbild an ihr nehmen.»
Der Kanton Zug vergibt den Preis seit 2010 im Rahmen des Projekts «Gemeinsam gegen Gewalt». Ziel ist es, Menschen zu würdigen, die durch ihr beherztes und überlegtes Handeln Verantwortung übernehmen, Straftaten verhindern oder in kritischen Situationen Unterstützung leisten. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden jeweils von einer dreiköpfigen Jury unter dem Vorsitz der Sicherheitsdirektorin ausgewählt. Grundlage bilden Meldungen aus der Bevölkerung oder von der Zuger Polizei. Jahr übernimmt eine andere Zuger Gemeinde das Patronat für die Preisverleihung.
First-Responder- System
Seit Juni 2025 ist es einfacher im Kanton Zug, sich ein Vorbild an Personen zu nehmen, die Erste Hilfe leisten. Der Kanton Zug führte das First-Responder- System ein. Dieses System funktioniert folgendermassen:
• Beim Alarm über die Notrufnummer 144 sucht das System First Responder in der Nähe.
• Die Personen mit der kürzesten Distanz zum Einsatzort werden per App alarmiert, sofern sie vor dem Rettungsmittel am Einsatzort eintreffen. Alle einsatzrelevanten Daten sind nach Annahme des Einsatzes über die App einfach abrufbar.
• Das Aufgebot erfolgt nur bei Einsätzen mit einer Reanimation und eine psychologische Nachsorge ist nach dem Einsatz gewährleistet.
Um sich als First Responder zu registrieren, wird u.a. einen gültigen BLS-AED-SRC-Ausweis oder einen medizinischen Abschluss auf HF-Stufeverlangt. Zudem ist der Besuch eines Einführungskurses obligatorisch. Versicherungs-, Schulungs- und anfallende Materialkosten übernimmt jedoch grösstenteils der Kanton.
Uwe Guntern
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