Jugend forscht
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Die «Seekuh» ist auf dem Zugersee ein wichtiges Arbeitsgerät im Gewässerunterhalt. Sie entfernt Schwemmholz und Seegras dort, wo es für Schifffahrt, Badegäste und Infrastruktur problematisch wird und trägt so zur Sicherheit bei.
Die «Seekuh» ist auf dem Zugersee ein besonderes Arbeitsboot. Sie wird eingesetzt, um Schwemmholz aus dem Wasser zu nehmen und in bestimmten Bereichen auch Seegras zu schneiden. Damit trägt sie dazu bei, dass der See sicher genutzt werden kann – sowohl für die Schifffahrt als auch für Badegäste und Hafenanlagen. Im Zugersee wachsen Wasserpflanzen wie Seegras, die eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen. Sie bieten Lebensraum für Fische und andere Tiere und tragen zur Stabilität des Seebodens bei. Deshalb darf nicht einfach überall und jederzeit eingegriffen werden. Jeder Einsatz muss gut überlegt sein und sich nach den örtlichen Bedingungen richten. Die Arbeiten der «Seekuh» erfolgen deshalb nur dort, wo es wirklich notwendig ist. Das ist zum Beispiel in öffentlichen Badezonen, bei Hafenanlagen oder nach starken Regenfällen, wenn Schwemmholz in den See gespült wird. Auch die Jahreszeit spielt eine wichtige Rolle: Seegras wächst vor allem im Frühling und Sommer, während das Entfernen von Schwemmholz oft nach Unwettern nötig wird. Wie genau entschieden wird, wann ein Einsatz sinnvoll ist, und wie dabei Rücksicht auf die Natur genommen wird, ist für viele Menschen nicht direkt sichtbar. Auch die Technik hinter dem Boot und der Aufwand für Betrieb und Wartung sind wenig bekannt, obwohl sie für den täglichen Einsatz entscheidend sind. Im Gespräch gibt Beda Schlumpf Abteilungsleiter Fischerei und Jagd vom Amt für Wald und Wild des Kantons Zug Einblick in diese Arbeit. Er erklärt, wie die «Seekuh» eingesetzt wird, welche Überlegungen dabei eine Rolle spielen und warum es oft mehr braucht als nur Technik, um den See sauber und gleichzeitig im Gleichgewicht zu halten.
Welche Hauptaufgaben erfüllt die «Seekuh» auf dem Zugersee – und warum ist sie für den Gewässerschutz so wichtig?
Die «Seekuh» erfüllt zwei zentrale Hauptaufgaben:
Entfernung von Schwemmholz und Treibgut nach Unwettern zum Schutz vor Schäden an Booten und an Uferinfrastrukturen
Selektive Mahd von Wasserpflanzen (Makrophyten) in stark genutzten Uferbereichen (zum Beispiel Badestellen, Hafeneinfahrten)
Wie wird entschieden, wann und wo das Seegras im See geschnitten wird, ohne das ökologische Gleichgewicht zu stören?
Grundsätzlich werden wir nur auf Meldung aktiv. Häufig handelt es sich um öffentliche Badeplätze, Hafenanlagen oder um Einwasserungsstellen. Wir beurteilen die Notwendigkeit unter Berücksichtigung der ökologischen Bedingungen. Dabei spielt insbesondere die Schonung von Laich- und Jungfischhabitaten eine grosse Rolle. Die Situation des Seegraswachstums ist von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Die letzten zwei Jahre war das Wachstum schwach und wir mussten keine Einsätze durchführen. Auch bei Jahren mit sehr starkem Wachstum sind die Einsätze auf den gesamten See betrachtet lediglich punktuell.
Welche Rolle spielt Seegras im Ökosystem des Zugersees, und warum kann es trotzdem an bestimmten Orten problematisch werden (Zum Beispiel in Badezonen oder Häfen)?
Seegras erfüllt im Ökosystem wichtige Funktionen. Es bietet Lebensraum und Rückzugsgebiete für zahlreiche Organismen, insbesondere für Jungfische, und trägt zur Stabilisierung des Seegrundes bei. Seegras kann in Hafen- oder Badezonen jedoch sehr störend sein. Man kann sich beim Schwimmen darin verfangen und Propeller können sich einwickeln. Allgemein wird das Manövrieren schwieriger.
Zu welchen Jahreszeiten ist die «Seekuh» am häufigsten im Einsatz, und wie verändern sich die Aufgaben je nach Saison?
Bezüglich Seegrasmahd sind das die Monate Mai bis Juli. Das Entfernen von Schwemmholz erfolgt bei Bedarf nach stärkeren Niederschlägen. Häufig nach intensiven Sommergewittern.
Wie trägt das Einsammeln von Schwemmholz und das Schneiden von Seegras konkret zur Sicherheit der Schifffahrt und der Badegäste bei?
Bei der Schifffahrt geht es um die Sicherstellung der sicheren Befahrbarkeit des Sees, insbesondere von Hafen- und Zufahrtsbereichen. Bei Badenden wird das Risiko des Verheddern im Seegras während des Schwimmens vermindert.
Wie aufwendig ist der Betrieb und die Wartung eines solchen Seereinigungsboots im Jahresverlauf?
Im Winter wird das Boot winterfest gemacht, im Frühjahr wieder in Betrieb genommen – dieser Grundaufwand bleibt konstant, unabhängig von der Nutzung. Dabei gibt es die üblichen Servicearbeiten.
Welche technischen Besonderheiten hat die «Seekuh», damit sie sowohl empfindliche Schilfgebiete schützt als auch effizient reinigen kann?
Das Boot verfügt über Vertikalschneiderwerke, Förderband-System und einen hydraulischen Kran für die Entladung. Mit dem niedrigen Tiefgang ist ein Einsatz auch Flachuferzonen möglich. Durch die massive Bauweise braucht es Erfahrung und Fingerspitzengefühl beim Manövrieren und Bedienen der «Seekuh».
Wie hat sich die Situation im See über die Jahre verändert – gibt es heute mehr oder weniger Seegras und Schwemmholz als früher?
Das Wachstum des Seegras unterliegt jährlichen natürlichen Schwankungen. Ein Trend ist nicht auszumachen. Das Schwemmholzvorkommen ist stark abhängig von den Niederschlagsereignissen. Aufgrund der Klimaveränderung kann man davon ausgehen, dass diese häufiger werden.
Michael Schwegler
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