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Der Promotion-League-Klub SC Cham sorgt für eine Sensation. Mit 3:2 wirft das Team von Trainer Pascal Nussbaumer den Super- League-Vertreter Lugano aus dem Schweizer Cup. Der Sieg im Eizmoos ist einer der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte und erinnert an einen Coup vor 13 Jahren.
Das kleine Stadion Eizmoos war am Sonntag Schauplatz grosser Fussballgeschichte. Über 2000 Zuschauerinnen und Zuschauer, darunter auch der neue SFV-Präsident Peter Knäbel und IFV-Präsident Markus Berwert, verfolgten, wie der Promotion-League-Klub SC Cham dem grossen FC Lugano ein Bein stellte. Als der Schlusspfiff ertönte, gab es auf den Rängen und auf dem Platz kein Halten mehr. Spieler, Funktionäre und Fans lagen sich in den Armen. «Das war einer der schönsten Tage meines Lebens», sagte Captain Fabio Niederhauser.
Das Spiel begann denkbar ungünstig für die Gastgeber: Schon nach sechs Minuten brachte Daniel Dos Santos die Tessiner in Führung. Doch Cham liess sich nicht beirren. Mit Kampfgeist, taktischer Disziplin und immer wieder mutigen Offensivaktionen hielten die Zentralschweizer dagegen. Kurz vor der Pause fiel der verdiente Ausgleich: Der robuste Offensivmann Eric Tia, Neuzugang aus Rapperswil-Jona, köpfelte zum 1:1 ein. Nach der Pause drehte Cham das Spiel sogar. Laurin Vögele überraschte Luganesi-Torhüter Amir Saipi mit einem Schuss aus spitzem Winkel und brachte die Ennetseer 2:1 in Front. Das Eizmoos verwandelte sich in einen Hexenkessel, die Lugano-Fans verstummten.
Als Anto Grgic in der ersten Minute der Nachspielzeit einen Penalty zum 2:2 verwandelte, schien der Traum der Chamer zu platzen. Doch das Team von Pascal Nussbaumer hatte die passende Antwort parat. Nur zwei Minuten später segelte ein Freistoss in den Strafraum, Niederhauser setzte sich im Luftduell durch und Joël Ris drosch den Ball per Volley unter die Latte. 3:2 – die Sensation war perfekt. «Ich danke Gott und widme dieses Tor einer speziellen Person», sagte Matchwinner Ris. Mehr wollte er nicht verraten, doch seine Emotionen sprachen Bände.
Für Trainer Pascal Nussbaumer schloss sich ein Kreis. Vor 13 Jahren hatte er als Spieler miterlebt, wie Cham im Cup den damaligen Erstligisten Servette eliminierte. «Das Erlebnis werde ich nie vergessen. Nun haben wir ein neues Kapitel geschrieben – und diesmal durfte ich als Trainer dabei sein. Ich bin stolz auf diese Truppe», sagte er.
Der Sieg hatte nicht nur sportliche Bedeutung. Im Eizmoos herrschte Volksfeststimmung: Familien, Jugendliche aus dem Nachwuchs und langjährige Vereinsmitglieder erlebten gemeinsam den grössten Chamer Fussballmoment seit über einem Jahrzehnt. Vereinspräsident Rolf Tresch brachte die Stimmung auf den Punkt: «Unglaublich. Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll. Dieses Team hat mich beeindruckt. »
Auch Luganos Trainer Mattia Croci- Torti bewies Grösse. Trotz der Enttäuschung gratulierte er Nussbaumer aufrichtig: «Ihr habt verdient gewonnen.». Für Lugano, das sich in der Liga zuletzt stabilisiert hatte, bedeutete das Ausscheiden einen herben Rückschlag.
Der Erfolg reiht sich ein in die Cup- Geschichte der «kleinen» Klubs. Noch in der vergangenen Saison war Biel bis in den Final vorgestossen und hatte mehrere Oberklassige eliminiert. Auch Breitenrain aus Bern sorgte dieses Jahr mit einem Sieg gegen Thun für Furore. Cham steht nun in einer Reihe mit diesen Cup- Märchen – und darf mindestens von einem langen Herbst im Cup träumen.
In der zweiten Runde wartet mit dem FC Altstätten aus der 2. Liga interregional ein auf dem Papier schwächerer Gegner. Diesmal tritt Cham selbst als Favorit an. «Wir bleiben auf dem Boden. Aber klar: Wir wollen die Reise fortsetzen», sagte Captain Niederhauser. Für die Spieler, die grösstenteils einem Beruf neben dem Fussball nachgehen, ist der Coup gegen Lugano mehr als ein Sieg. Es ist ein Stück Vereinsgeschichte, das sie ihren Familien, Freunden und Fans geschenkt haben. Ein Tag, der in Cham wohl noch lange in Erinnerung bleibt.
Michael Schwegler
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