Interview
Blick auf das Thermal-Mapping der Stadt Zug
Die Preisträger des CHAMpion stehen für viele Menschen, die sich mit Energie und
Leidenschaft einbringen – oft ohne grosse öffentliche Aufmerksamkeit. Die Trophäe,
gestaltet von Rolf Grönquist, stellt den Chamer Bär dar.
Eine Nachwuchs-Sprinterin, ein inklusiver Brückenbauer, eine Europameisterin im Malerhandwerk, ein Fasnachtsoriginal und ein Team von Freiwilligen: Mit dem CHAMpion 2026 zeichnet die Gemeinde Cham Menschen und Organisationen aus, die mit Talent, Ausdauer und Herzblut das Leben vor Ort bereichern.
Seit beinahe zwanzig Jahren setzt die Gemeinde Cham ein Zeichen der Anerkennung. Mit dem CHAMpion werden Menschen, Vereine, Organisationen oder Unternehmen geehrt, die durch aussergewöhnliche Leistungen oder besonderes Engagement auffallen. Die Auszeichnung ist längst zu einer festen Institution geworden – und sie zeigt Jahr für Jahr, wie vielfältig das gesellschaftliche Leben in Cham ist. Die Preisträgerinnen und Preisträger in diesem Jahr stammen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Gemeinsam haben sie jedoch, dass sie über das Gewöhnliche hinausgehen, Verantwortung übernehmen und mit ihrem Wirken andere inspirieren.
In der Sparte Sport geht der CHAMpion an die erst 16-jährige Ayana Brunner. Die junge Leichtathletin gehört bereits zu den grössten Nachwuchshoffnungen der Schweiz im Sprintbereich. Mit dem Schweizer Meistertitel über 80 Meter in der Kategorie U16 sowie weiteren Spitzenresultaten hat sie sich national einen Namen gemacht. Hinter diesen Erfolgen stehen unzählige Trainingsstunden, Disziplin und Durchhaltevermögen. Sie verfolgt sie ihren sportlichen Weg mit bemerkenswerter Konsequenz. Die Auszeichnung würdigt deshalb nicht nur Medaillen und Titel, sondern auch jene Haltung, die im Leistungssport oft den Unterschied ausmacht: Zielstrebigkeit, Ausdauer und die Freude daran, sich stetig zu verbessern.
Nicht eine Einzelperson, sondern ein ganzes Team wird in der Sparte Öffentlicher Raum geehrt. Das Organisationskomitee des Chamer Liechtliwegs erhält den CHAMpion für seinen langjährigen Einsatz am Seeufer. Jahr für Jahr entstehen entlang des Seeufers kreative Installationen und Lichtobjekte, die den öffentlichen Raum beleben und Menschen zusammenbringen. Der Liechtliweg hat sich längst zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Familien, Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Gäste aus der Region nutzen das Angebot, das ohne das Engagement zahlreicher Freiwilliger nicht möglich wäre. Die Ehrung ist damit auch ein Zeichen der Wertschätzung für jene Menschen, die oft im Hintergrund wirkend einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität leisten.
Wer in der Region Zug mit der Fasnacht verbunden ist, kennt ihn unter seinem Übernamen «Stichel». Röbi Stäheli prägt seit Jahrzehnten die Fasnachtskultur weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Bekannt geworden ist er vor allem durch seine legendären «Chuchene», jene mobilen Konstruktionen, die aus dem Fasnachtstreiben vieler Guggenmusiken kaum mehr wegzudenken sind. Mit handwerklichem Geschick, Kreativität und grossem persönlichem Einsatz hat Stäheli eine Tradition geschaffen, die mittlerweile schweizweit Beachtung findet. Die Auszeichnung würdigt nicht nur seine handwerkliche Leistung, sondern auch seinen kulturellen Beitrag. Über ein halbes Jahrhundert hinweg hat er die Fasnacht mitgestaltet und mitgeprägt. Damit steht er exemplarisch für Menschen, die kulturelles Brauchtum lebendig halten und an kommende Generationen weitergeben.
Ein besonderes Zeichen setzt die Gemeinde in der Sparte Soziales. Der CHAMpion geht an Jahn Graf, der sich seit Jahren für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe einsetzt. Einem breiten Publikum wurde er durch seine Tätigkeit beim Schweizer Fernsehen bekannt. Im Format «Para-Graf» berichtete er über die Paralympischen Winterspiele in Peking und machte die Leistungen von Athletinnen und Athleten mit Behinderungen sichtbar. Darüber hinaus spricht er in seinem Podcast offen über eigene Erfahrungen und Herausforderungen im Alltag. Sein Engagement zeigt, wie wichtig sichtbare Vorbilder sind. Jahn Graf macht deutlich, dass Barrierefreiheit und Teilhabe keine Randthemen sind, sondern zentrale Bestandteile eines modernen Zusammenlebens.
Internationale Spitzenleistungen werden in der Sparte Berufsbildung ausgezeichnet. Carmen Bircher hat bei den EuroSkills 2025 im dänischen Herning die Goldmedaille im Berufswettbewerb «Painting and Decorating» gewonnen. Der Erfolg ist ein eindrücklicher Beweis für die hohe Qualität der Schweizer Berufsbildung. Gleichzeitig zeigt er, welche Möglichkeiten jungen Fachkräften offenstehen, wenn Talent, Ehrgeiz und Leidenschaft zusammentreffen. Mit ihrem Sieg hat Bircher nicht nur die Jury überzeugt, sondern auch ein starkes Zeichen für das Handwerk gesetzt. In einer Zeit, in der Fachkräfte vielerorts gesucht werden, unterstreicht ihre Leistung den Wert beruflicher Exzellenz und einer fundierten Ausbildung. Der CHAMpion besitzt einen besonderen Stellenwert. Er macht Leistungen sichtbar, die das Zusammenleben bereichern, und erinnert daran, dass eine lebendige Gemeinde nicht allein von ihrer Infrastruktur lebt, sondern vor allem von den Menschen, die Verantwortung übernehmen. Die Verleihung beginnt am Mittwoch, 17. Juni, um 19.30 Uhr, im Lorzensaal. Im Anschluss lädt der Gemeinderat die Gäste zu einem Apéro riche ein.
Uwe Guntern
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