Zuger Sportpreis
Géraldine Frey sprintet allen davon
Patric Stalder
Unter dem Namen «Bürgernahe Polizei» setzt die Zuger Polizei wieder vermehrt Ortspolizisten ein. Damit soll das Vertrauen zwischen Bevölkerung und Polizei gestärkt werden. Patric Stalder, Projektleiter und Dienstchef hat uns den neuen Dienst der Zuger Polizei erläutert.
Was war der Auslöser dafür, wieder Ortspolizistinnen und Ortspolizisten einzuführen?
Mit dem Legislaturziel 2023 bis 2026 «Schutz der Bevölkerung vor Betrug und Missbrauch durch polizeiliche Prävention und Präsenz», welches durch die Regierung des Kantons Zug definiert wurde, erging der Auftrag an die Zuger Polizei, im Bereich Prävention und Präsenz eine Verbesserung zu erwirken. Im Rahmen des Projektes «Bürgernahe Polizei» entschied die Zuger Polizei gemeinsam mit den Zuger Gemeinden und der Sicherheitsdirektion, zukünftigwiederPolizisteneinzusetzen, welche hauptsächlich für die Präsenz und Prävention in den zugeteilten Gemeinden bzw. Gebieten tätig sind.
Was soll mit der Funktion des Ortspolizisten und der Ortspolizistin erreicht werden?
Die Bevölkerung soll im Kanton Zug wieder eine beständige Ansprechperson haben, welche vor Ort informiert, berät, unterstützt, vermittelt und im Bedarfsfall eine Weiterbearbeitung der Anliegen sicherstellt. Gleichzeitig sollen die Organisationsstruktur der Polizeiregionen Zug/Walchwil, Baar/Berg und Cham/ Ennetsee entlastet, respektive organisatorisch und strukturell auf die nächsten Jahre und Herausforderungen ausgerichtet werden können.
Was unterscheidet den heutigen Ortspolizisten von dem Dorfpolizisten früherer Zeiten?
Sie sind die «Dorfpolizisten», wie man sie von früher kennt und damit wichtige Ansprechpersonen ohne zusätzliche ressourcenintensive Ermittlungsaufgaben. Die Ortspolizisten sind in der Gemeinde präsent, knüpfen Netzwerke, haben beratende, vermittelnde und präventive Funktion, nehmen aber auch Anzeigen entgegen. Sie entlasten auch dieDetektive,indemsieAufträgevon Dritten übernehmen. Ziel ist, dass sie in ihrem Gebiet niederschwellig Ruhe, Ordnung und Sicherheit gewährleisten und somit das Vertrauen zwischen Bevölkerung und Polizei stärken sowie die bestehende Organisation stärken.
In einem Pilotbetrieb wurden seit Oktober 2025 erste Erfahrungen gesammelt. Welche Reaktionen haben Sie bisher beobachtet?
Im Gespräch mit der Bevölkerung, politischen Behörden, Vereinen und anderenInstitutionen,mitdenenwir eng zusammenarbeiten und einen regen Austausch pflegen, erhielten wir bis anhin nur positive Rückmeldungen.DieRückkehrder«Dorfpolizisten»wirdsehrbegrüsst.Wir erhalten viel Zuspruch und die Leute betonen immer wieder, dass sie sich sichererfühlen.Es wird geschätzt,dass man das Gespräch aktiv sucht und wir der Bevölkerung gute Tipps geben können, direkt vor Ort, und niederschwellige Probleme bereits vor derEskalationlösenkönnen.Wirlegten einen erfreulichen Start hin, so macht es grossen Spass.
Die Ortspolizisten übernehmen viele kleinere, zeitintensive Aufgaben. Inwiefern entlastet das andere Polizeidienste?
Wir unterstützen unsere Kolleginnen und Kollegen der Regionenpolizeidort,wowir können.Erste Rückmeldungen zeigen, dass unser Support sehr geschätzt wird und sie sich so besser auf ihre Fälle und Ermittlungen konzentrieren können. Durch die Übernahme von Aufträgen erhalten sie jedoch auch mehr Luft und können das Büro mal verlassen und ihre wertvolle Arbeit draussen erledigen. Es gab zahlreiche Einsätze, wo wir auch die Bereitschafts- und Verkehrspolizei unterstützen konnten. Wir sind draussen und hören am Funk mit, was grad passiert. Wenn es uns braucht oder wir eine Möglichkeit sehen zu unterstützen, bieten wir uns aktiv an oder werden von der Einsatzleitzentrale eingesetzt. Die Arbeit der Ortspolizisten wird intern bereits sehr geschätzt und spürbar positiv wahrgenommen.
Ein Schwerpunkt liegt auch im Umgang mit Personen, die wiederholt polizeilich auffallen. Welche Rolle spielt dabei die persönliche Beziehung, und wo liegen die Grenzen ?
Nebst der Erledigung des Auftrages ist es bei «Stammkunden», wie ich sie nenne, wichtig, ein Vertrauen aufzubauen. Einerseits erkenne ich bei diesen Personen, wenn es Veränderungen im Tagesablauf oder sie sich in anderer Art und Weise verändern. Sind es negative Veränderungen, die polizeilich relevant sind, prüfe ich selber die nötigen Massnahmen oder leite die gesammelten Informationen an spezialisierte Dienste intern der Zuger Polizei weiter. Für mein Gegenüber ist es ebenso wichtig und wertvoll, nur noch eine Ansprechperson zu haben. SokannmanVertrauenaufbauen, was unter anderem in vielen Fällen auch ein kooperatives Verhalten als positive Auswirkung zur Folge hat. Die Grenzen sind jedoch klar – ich bleibe der Polizist und bin für die Einhaltung und Durchsetzung der Gesetze verantwortlich.
Die flächendeckende Einführung ist bis Ende 2027 geplant. Wie sieht der Weg dorthin aus?
Es wurden zusätzliche Personalstellen für die Funktion Ortspolizist ausgewiesen. Die Einführung der Ortspolizistinnen und Ortspolizisten erfolgt schrittweise und in enger Abstimmung mit den Gemeinden. Details zu den Einsatzgebieten findet man auf der Homepage der Zuger Polizei. Durch den Kantonsrat wurden per 1. Januar 2025 drei Vollstellenundper 1.Januar 2026derenweitere 2,5 Vollzeitstellen bewilligt. Für das Jahr 2027 werden zusätzliche Vollzeitstellen beantragt. Unser Ziel ist, dass ab 2027 insgesamt neun Ortspolizisten in sämtlichen Gemeinden des Kantons Zug im Einsatz stehen. Da für die Funktion der Ortspolizisten zusätzliche personelle Ressourcen eingesetzt werden, sind auch zusätzliche Arbeitsplätze in bestehenden Büros der Polizeidienststellen oder in den Gemeinden notwendig. Die benötigten Arbeitsplätze können zur Startphase aus den Beständen der Zuger Polizei bereitgestellt werden.
Uwe Guntern
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