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PH Zug verzeichnet erneut hohe Anmeldezahlen
Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner, als die einheimischen Hornissen, dunkler gefärbt und besitzt charakteristische gelbe
Beine.
Die Asiatische Hornisse breitet sich zunehmend auch in der Schweiz aus und stellt eine Gefahr für heimische Insekten, die Biodiversität und die Imkerei dar. Fachleute setzen deshalb auf die rasche Entdeckung und professionelle Entfernung von Nestern. Beobachtungen aus der Bevölkerung spielen dabei eine zentrale Rolle.
Um die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse einzudämmen, gilt das Auffinden und Entfernen ihrer Nester derzeit als wirksamste Massnahme. Besonders wichtig sind dabei Hinweise aus der Bevölkerung. Wer einzelne Tiere oder mögliche Nester entdeckt, kann diese online melden und damit einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der invasiven Art leisten.
Die Gelbbeinige Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus einem grossen Gebiet zwischen Afghanistan, Ostchina, Indochina und Indonesien. Im Jahr 2004 wurde sie vermutlich über Warenimporte unbeabsichtigt aus Südostasien nach Europa und in die Schweiz eingeschleppt. Seither hat sich die Art in zahlreichen europäischen Ländern stark ausgebreitet. Auch im Kanton Zug nimmt ihre Verbreitung seit einigen Jahren zu. Die Asiatische Hornisse gilt hierzulande als gebietsfremde invasive Art. Invasive Arten sind Tier- oder Pflanzenarten, die durch menschliches Zutun in neue Regionen gelangen, in denen sie ursprünglich nicht heimisch sind. Manche dieser Arten können sich in ihrem neuen Lebensraum besonders schnell vermehren, weil natürliche Feinde fehlen oder die Umweltbedingungen günstig sind. Dadurch geraten heimische Tier- und Pflanzenarten unter Druck. . Invasive Arten zählen weltweit zu den bedeutendsten Ursachen für den Verlust der biologi-schen Vielfalt. Die Asiatische Hornisse ernährt sich unter anderem von Honigbienen, Wildbienen, Wespen, Fliegen, Schmetterlingen und Spinnen. Besonders betroffen ist die Imkerei: Asiatische Hornissen lauern oft vor Bienenstöcken und fangen dort heimkehrende Arbeiterinnen ab. Ein einziges Hornissenvolk kann täglich grosse Mengen an Insekten erbeuten. Dadurch werden Bienenvölker geschwächt, was sich wiederum auf die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen auswirken kann.
Bienen übernehmen eine zentrale Rolle in der Natur und in der Landwirtschaft. Sie bestäuben Obstbäume, Beerenpflanzen, Gemüse und zahlreiche Wildpflanzen. Ein Rückgang der Bestäuberpopulationen hätte deshalb weitreichende Folgen für die Nahrungsmittelproduktion und die Artenvielfalt. Fachleute beobachten die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse daher mit grosser Aufmerksamkeit. Im Kanton Zug wurden bereits Nester durch ein spezialisiertes Unternehmen für Schädlingsbekämpfung entfernt. Die Funde zeigen, dass sich die invasive Art zunehmend auch in Siedlungsgebieten etabliert. Die Nester können mehrere tausend Tiere beherbergen. Ein Volk wächst während der warmen Monate kontinuierlich an. Im Frühling gründet eine einzelne Königin ein neues Nest. Bis zum Spätsommer entwickelt sich daraus ein grosses Volk mit Arbeiterinnen, Jungköniginnen und Drohnen. Im Herbst verlassen die neuen Königinnen das Nest und suchen geschützte Orte zum Überwintern. Dadurch entstehen im folgenden Jahr neue Kolonien.
Auch wenn die Asiatische Hornisse für Menschen grundsätzlich nicht aggressiver ist als einheimische Hornissen, können sich Tiere in Nestnähe bedroht fühlen und stechen. Deshalb sollten Nester niemals eigenständig entfernt oder manipuliert werden. Die Entfernung erfolgt ausschliesslich durch professionelle Schädlingsbekämpfer mit entsprechender Schutzausrüstung und Fachkenntnis. Nach heutigem Wissensstand gilt die frühzeitige Entdeckung und Entfernung von Nestern als effizienteste Methode zur Eindämmung der Population. Eine vollständige Ausrottung der Asiatischen Hornisse ist nach Einschätzung von Fachleuten kaum mehr möglich. Dennoch kann ihre weitere Ausbreitung durch konsequentes Monitoring und gezielte Bekämpfung verlangsamt werden. Dabei ist die Mithilfe der Bevölkerung entscheidend. Beobachtungen einzelner Tiere oder Hinweise auf mögliche Nester können online gemeldet werden. Wichtig ist dabei, einen sicheren Abstand einzuhalten und die Tiere nicht zu stören. Im Meldeformular werden unter anderem Datum, Uhrzeit, genauer Standort und die Umgebung des Fundortes erfasst. Hinweise auf nahe gelegene Nester, Waldränder oder Gärten erleichtern den Fachstellen die Einschätzung der Situation und helfen dabei, mögliche Nester schneller zu lokalisieren. Neben der Asiatischen Hornisse beschäftigen invasive Arten die Behörden und Umweltorganisationen zunehmend auch in anderen Bereichen. Weltweit verbreiten sich gebietsfremde Tiere und Pflanzen durch den internationalen Handel, den Reiseverkehr und den Klimawandel immer schneller. Viele Arten gelangen unbeabsichtigt über Transporte, Verpackungsmaterial oder importierte Pflanzen in neue Regionen.
Zu den bekanntesten invasiven Pflanzen in der Schweiz gehören etwa der Japanknöterich oder das Drüsige Springkraut. Diese Arten breiten sich entlang von Gewässern und Verkehrswegen aus und verdrängen einheimische Pflanzen. Dadurch verlieren Insekten und andere Tiere wichtige Lebensräume und Nahrungsquellen. Auch invasive Tiere verursachen zunehmend Probleme. Der Signalkrebs beispielsweise überträgt Krankheiten auf einheimische Krebsarten. Die Quaggamuschel verändert Gewässerökosysteme und verursacht Schäden an Wasserleitungen und technischen Anlagen. Der Waschbär wiederum kann heimische Vogel- und Amphibienarten gefährden. Die wirtschaftlichen Schäden durch invasive Arten sind erheblich. Neben Kosten für Bekämpfungsmassnahmen entstehen auch Verluste in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Imkerei. Gleichzeitig steigt der Aufwand für Gemeinden, Kantone und Umweltorganisationen, um die Ausbreitung problematischer Arten zu überwachen.
Die Bekämpfung invasiver Arten ist oft schwierig und langwierig. Entscheidend ist deshalb, neue Populationen möglichst früh zu erkennen. Genau hier kommt der Bevölkerung eine wichtige Rolle zu. Meldungen von Beobachtungen liefern wertvolle Hinweise und ermöglichen es Fachstellen, rasch zu reagieren. Moderne digitale Meldeplattformen erleichtern diese Zusammenarbeit und verbessern die Überwachung. Bei der Asiatischen Hornisse ist zudem die Unterscheidung zur einheimischen Europäischen Hornisse wichtig. Die heimische Hornisse ist geschützt und erfüllt eine wichtige ökologische Funktion. Sie jagt ebenfalls Insekten und trägt zur natürlichen Regulierung anderer Arten bei. Die Asiatische Hornisse ist dagegen etwas kleiner, dunkler gefärbt und besitzt charakteristische gelbe Beine. Informationsflyer und Vergleichsbilder helfen dabei, Verwechslungen zu vermeiden. Fachleute betonen, dass Panik angebracht sei. Dennoch brauche es Aufmerksamkeit und konsequentes Handeln, um die Auswirkungen invasiver Arten möglichst gering zu halten.
Beobachtungen der Asiatischen Hornisse oder Entdeckungen von Nestern aus sicherer Distanz kön-nen von der Bevölkerung online gemeldet werden. Im Formular sind Datum, Uhrzeit, Ort und Umgebung (zum Beispiel Bienenstöcke, Wald) des Fundes zu melden. So kann die Suche nach Nestern oder deren Bekämpfungen zeitnah eingeleitet werden. Jede Meldung kann dazu beitragen, neue Nester frühzeitig zu entdecken und die Verbreitung der Asiatischen Hornisse einzudämmen
Helfen Sie mit, die Ausbreitung einzudämmen. Melden Sie Sichtungen mit Foto unter: www.asiatischehornisse.ch
Uwe Guntern
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