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Géraldine Frey sprintet allen davon
Die Bossard Schule im Dorfzentrum von Unterägeri wurde 1896 als Kinderkurhaus gegründet und 1928-31 umgebaut und erweitert. Foto: Bossard Schule, Unterägeri
Am 13. und 14. September öffnen die Denkmaltage 2025 schweizweit Türen zu historischen Bauwerken. Unter dem Motto «Architekturgeschichten » laden die kantonalen Veranstaltungen in Zug, Unterägeri, Cham und Neuheim zu Einblicken in die Baukultur und ihre Geschichte ein.
Die Denkmaltage 2025 stehen unter dem Leitmotiv «Architekturgeschichten » und rücken die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart in den Fokus. Baudenkmäler sind weit mehr als alte Gebäude: Sie erzählen Geschichten, prägen das Ortsbild und geben unseren Städten und Dörfern ihr unverkennbares Gesicht. Karin Artho, Leiterin des Amts für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, betont: «Baudenkmäler leisten einen wichtigen Beitrag zur heutigen Baukultur und lassen historische Entwicklungen lebendig werden.» Die Veranstaltungen bieten die Gelegenheit, historische Gebäude nicht nur zu betrachten, sondern auch ihre Geschichte zu erfahren. An zahlreichen Standorten in der Schweiz werden die Denkmäler vorgestellt, ihre Bedeutung erläutert und Einblicke in die Denkmalpflege gegeben.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt in Unterägeri, wo am Samstag, 13. September, die Eröffnung der Denkmaltage stattfindet. Um 11.30 Uhr treffen sich Interessierte im Herzen des alten Dorfkerns bei der Marienkirche. Nach der offiziellen Begrüssung bietet ein Apéro die Möglichkeit, mit Landammann Andreas Hostettler, Gemeindepräsident Fridolin Bossard und den Fachleuten des Amts für Denkmalpflege ins Gespräch zu kommen. Bereits am Montag, 8. September, findet in Stans die zentrale Auftaktveranstaltung der Zentralschweiz statt. Nach einem Inputreferat des Kunsthistorikers und ehemaligen Denkmalpflegers des Kantons Zug, Heinz Horat, diskutieren Fachleute aus Architektur und Denkmalpflege über die Herausforderungen und Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Das Podiumsgespräch beleuchtet unterschiedliche Ansätze im Umgang mit historischen Bauten und zeigt, wie Denkmalpflege zwischen Tradition und Innovation balanciert.
Unterägeri bietet Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, die Entwicklung eines ehemaligen Bauerndorfes hin zu einem modernen Wohn- und Arbeitsort nachzuvollziehen. Der historische Dorfkern vermittelt die Geschichte des Ortes und erlaubt einen Blick auf bekannte und verborgene Kulturschätze. Am Stand bei der Marienkirche präsentiert das Amt für Denkmalpflege originale Fundstücke und gewährt Einblicke in die Methoden der Archäologie und Bauforschung. Besonders eindrücklich sind die aus dem Spätmittelalter stammenden Gasthäuser Hirschen und Kreuz, deren Geschichte mit detektivischem Gespür erforscht wurde. Geführte Spaziergänge mit Denkmalpflegern und Architekten beantworten Fragen wie: Was prägt den Dorfkern von Unterägeri? Welche Bedeutung hat die Ortsbildschutzzone? Wie werden historische Bauten in Zukunft genutzt? Die Veranstaltungen laden zum Diskutieren und Mitgestalten ein.
Ein weiterer Rundgang führt durch die Bossard Schule, die 1896 als Kinderkurhaus gegründet wurde. Heute zeigt das Gebäude die Entwicklung von Kur- und Kinderheimarchitektur bis in die Gegenwart und bietet ein anschauliches Beispiel für die bauliche Entwicklung in Unterägeri. Die Bürgergemeinde ermöglicht im Chlösterli Einblicke in ihre ortskundliche Sammlung. Hier sind Exponate aus den Bereichen Haushalt, Handwerk, Gewerbe und Landwirtschaft zu sehen, die einen lebendigen Eindruck der Vergangenheit vermitteln.
Besonders wichtig ist der Schutz von Kulturgütern. Am Beispiel der Marienkirche wird gezeigt, wie Zivilschutzangehörige und Verantwortliche des Amts für Denkmalpflege im Ernstfall vorgehen, wenn Kulturobjekte durch Brand, Überschwemmung oder andere Gefahren bedroht sind. Kinder und Jugendliche können sich im BaukulturMOBIL des Vereins LabforKids kreativ mit historischen Bauwerken auseinandersetzen. In spielerischen Workshops werden Ideen entwickelt, wie historische Orte heute und in Zukunft genutzt werden können, und die Faszination von Baukultur wird auf unterhaltsame Weise vermittelt.
Schon eine Woche vor den offiziellen Denkmaltagen öffnet das Zuger Depot Technikgeschichte am 6. September seine Tore. Die Ausstellung zeigt Exponate aus Feuerwehr-, Industrie-, Militär- und Verkehrsgeschichte und macht Technikgeschichte erlebbar. Am 14. September bieten das Museum für Urgeschichte(n), das Ziegelei-Museum in Cham und die Burg Zug ein vielfältiges Programm. Das Museum für Urgeschichte(n) präsentiert Führungen zur «Landis & Gyr», historische Fotos und einen Film von 1921. In der Burg Zug können Besucherinnen und Besucher bei Führungen die baugeschichtlichen Geheimnisse der alten Mauern entdecken. Das Ziegelei-Museum lädt zu Workshops mit ungebranntem Backstein und Führungen durch das historische Architekturensemble ein.
Die Denkmaltage 2025 verbinden Bildung, Kultur und Architekturgeschichte und geben der Bevölkerung die Gelegenheit, historische Bauten nicht nur zu sehen, sondern auch zu erleben. Mit Führungen, Workshops und interaktiven Angeboten werden Architekturgeschichten lebendig, und die Bedeutung des baulichen Erbes für die Gegenwart und Zukunft wird deutlich.
Michael Schwegler
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